27.12.2011Lesehest-Kolumne

Lesehest hat sich selbständig gemacht

In wenigen Tagen beginnt das neue Jahr. Der perfekte Zeitpunkt, um auf 2011 zurückzublicken. In dieser neuen Lesehest-Kolumne geht es um die Arbeit als Freischaffende in der Verlagsbranche. Ein kleines Plädoyer zum Jahresende, um Neugierigen Mut zu machen, sich die eigenen Träume zu erfüllen.

Noch wenige Tage bis zum Jahreswechsel, den ich immer wieder gerne nutze, um einen Rückblick auf das zurückliegende Jahr zu werfen. 2011 war ganz schön aufregend und turbulent. Fünf Jahre habe ich als Lektorin in verschiedenen Verlagen gearbeitet. Acht Lesehest-Kolumnen sind im letzten Jahr entstanden. Besonders die Jagd nach neuen Buchideen, der Austausch mit Autoren, die Konzeptentwicklung und Textarbeit, aber auch die Zusammenarbeit mit externen Freelancern haben mich an meinem Beruf fasziniert.

Schon immer war ich neugierig darauf, wie das wohl so ist, als Selbstständiger in der Verlagsbranche zu arbeiten. Eines Tages, genau genommen vor knapp einem halben Jahr, siegte die Neugier: Ich wechselte die Seite und machte mich selbstständig. Wer träumt nicht von der großen Freiheit? Ich bin glücklich sagen zu können, dass ich es keine einzige Sekunde bereut habe, diesen Schritt gemacht zu haben. Immerhin habe ich jegliche Sicherheit dafür aufgegeben und mich kopfüber ins Abenteuer einer ungewissen beruflichen Zukunft gestürzt. Die meisten Menschen, die mich auf meinem Weg begleiteten, beglückwünschten mich. Denn Sie konnten am Strahlen in meinen Augen erkennen, dass es der richtige Weg für mich ist. Natürlich waren auch einige wenige dabei, die mich für verrückt hielten. Hatte ich doch jahrelang hart daran gearbeitet, endlich Fuß zu fassen in der Buchbranche und darum gekämpft, eine der heißbegehrten Festanstellungen als Lektorin im Verlag zu bekommen. Ja, ich habe das einfach aufgegeben. Aber nur auf dem Papier, nie in meinem Herzen. Denn ich erlebe jeden Tag aufs Neue und noch viel stärker als früher, dass ich im Schreiben und der Arbeit mit Autoren meine Berufung gefunden habe. Ich habe mich schon häufiger mit anderen jungen Verlagsmenschen ausgetauscht, die ebenfalls einmal mit dem Gedanken an die Selbstständigkeit geliebäugelt haben. Einige von ihnen wissen ganz genau, dass das nichts für sie ist. Ich bewundere, dass sie ihren Weg so sicher und konsequent gehen. Bei mir selbst war es umgekehrt: ich verspürte immer diese leise innere Unruhe und vernahm den verlockenden Ruf der Existenzgründung.

Gerade bevor ein neues Jahr beginnt, denkt man doch gerne einmal darüber nach, ob es sich gelohnt hat, große Veränderungen zu wagen. Ich schließe das Kapitel 2011 im Buch meines Lebens mit dem glücklichen Gefühl, die richtige Entscheidung für mich getroffen zu haben. Und ich wünsche jedem Einzelnen, der in unserer Branche seinen Traum lebt, dass er sich nicht entmutigen lässt und seinen Weg verfolgt. Denn es ist doch so, ohne pathetisch klingen zu wollen, dass unser weiser Konfuzius recht behält: Der Weg ist das Ziel. Er ist es, der uns zu erfolgreichen Menschen macht. Ich wünsche euch einen guten Start in viele neue Abenteuer 2012 - dem Stoff, aus dem unsere Bücher sind …

euer Lesehest

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